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Seitenanfang - Erfahrungsberichte
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Reiseberichte unserer Kunden

Aufenthalt im Norden Djanets vom 06.01.2024 bis 19.01.2024

 

Ich war zum zweiten Mal auf einer Sahara-Reise und kann diese Region nur wärmstens empfehlen. Die einzigartige Natur dort spricht für sich selbst.

Ines und Tahar als Veranstalter haben es erneut wunderbar verstanden, sich auch auf individuelle Wünsche einzustellen: in der ersten Woche hatten wir einen meditativen Tanzkurs gewünscht und in der zweiten Woche wanderten wir mit Kamelen durch den Nationalpark. 

Alles war mit Liebe zum Detail und absolut perfekt organisiert worden.

An- und Abreise waren bestmöglich geplant und der „Salon“, wo wir die Mahlzeiten einnahmen, war regelrecht geschmückt, eine wirkliche Wohlfühl-Oase.

Dem gesamten Team, zu dem nacheinander zwei Köche und zwei Kameltreiber gehörten, gebührt Anerkennung für ihre Arbeit. Alle waren freundlich, zuverlässig und gut gelaunt.

Die Mahlzeiten waren sowohl optisch als auch geschmacklich eine wahre Freude.

Wie die Köche das unter den Wüstenbedingungen derart souverän hinbekommen, ist und bleibt mir ein Rätsel.

Alles in allem bin ich dort sehr glücklich gewesen und diese Zeit bleibt mir als eine ganz besondere in Gedanke und Gespür.

Dankeschön, liebes Team, ihr seid großartig!

Angelique

Hedwig + Christian

Hallo Sahara Reise-Team,

heute sind wir nach dem Aufenthalt in djanet wieder in Algier angekommen. Es waren sehr schöne, interessante Tage und Begegnungen in einer ganz anderen Welt und es hat uns sehr viel Freude gemacht.


Taher ist ein sehr freundlicher und charmanter Mensch und wir haben uns sehr gut verstanden.

Im Vergleich mit dem Aufenthalt in Timmimoun im vergangenen Jahr war es eine viel intensivere Erfahrung.
Rundum gesagt war es eine tolle Reise.


Vielen Dank dafür an euch beide.

Liebe Grüße aus Algier von Hedwig und Christian

John

Dear Inés, Tahar, Laid, Bakar and Mukhtar:

It has been a couple months since I celebrated my birthday under the stars with you. The best travel is the kind that gets into your bones and changes you forever. Our 4-day camel caravan across the Algerian Sahara Desert did exactly that. The cold stars, burning sun, soft sand, unforgiving rock — I can still feel the texture of it all.

Sitting her in my downtown office, I miss our fellowship around the campfire at nights. I miss the “camel with no name” who I got to know over four days. (Who knew they would each have such different personalities?). So my apologies for taking two months to send this but THANK YOU for creating one of the most impactful experiences of my life. Your friendly staff, careful planning, excellent support, and flawless execution made the voyage absolutely perfect! I will definitely be back.

 

@johnisworldwide

Reinhard

Sahara Trekkingreise in Algerien vom 19. Nov. Bis 4. Dez. 2022.

Flug über Wien, Paris, Algier nach Djanet.

In Djanet wurden wir vom Flughafen abgeholt und ins 10 km entfernte Hotel in Ifri gebracht.
Nach 4 Stunden Schlaf Museumsbesuch, Basar und Abfahrt im Toyota Allrad („Japaner- Kamel“) zum 1. Lagerplatz.

Am nächsten Tag über den Pass Assakaou mit 6 Lastkamelen und 2 Reitkamelen ins Hochplateau Tassili n ́ Ajjer. Atemberaubende Landschaft, bizarre Felstürme, nachts ungetrübter Sternenhimmel am Feuer mit den Tuaregs.

Im Zelt mit meinem dünnen Schlafsack sehr kalt.

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Tahar, Inhaber der Agentur, hat unter Wuawua schon 2008 Reinhold Messner auf dieser Strecke geführt und spricht inzwischen Deutsch, gibt mir drei Kameldecken.Die Reiseorganisatorin Ines schläft sportlich ohne Zelt, in der Früh mit Eis auf dem Schlafsack. Reitet Aura, ihr Kamel selbständig und sattelt es auch.Französisch ist wichtig, Tuaregs sprechen kein Englisch. Arabisch ist ihre Umgangssprache.

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Die nächsten Tage marschieren wir bis zu 20 km hinter den Kamelen. Kamele gehen fast 7 km/h in der Ebene, nicht leicht mitzukommen, besonders am Sand. Am Pass keuchen sie, stolpern, und stocken manchmal. Beim Satteln murren sie.
Wuawua der Karawanenführer, noch im Tassilli geboren, hat die höchste Autorität über die Kamele.

Fast täglich Abweichungen von der Karawanenroute zu den lt. Reiseführer 10 000 Jahre alten Felszeichnungen.
Sicher ein touristischer Aufhänger aber wer ist schon Experte.

Die Tuaregs sind Nomaden, genügsam, bescheiden, leisten mit den Kamelen harte Arbeit, kochen für uns, sind zufrieden und fröhlich, singen beim Marschieren.
Backen sich selber jeden Tag Brot in der Glut, das sie zerbröckeln und mit Soße aus einer Schüssel essen und brauen sich ihren süßen Tee. Keine Touristenshow, genügsame Selbstversorger. Wo und wann sie schlafen, habe ich bis zum Schluss nicht herausgefunden.
Ein aufrechter Menschenschlag, noch nicht vom Tourismus deformiert.

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Hier kann man Lebensphilosophie lernen, vielleicht das Wichtigste dieser Reise.
Was ist wichtig im Leben? Wie viel Konsum und Luxus braucht der Mensch?

Ca. 120 marschierte Gesamtkilometer , davon 1⁄4 Kamelritt.

Eine außergewöhnliche Reise, empfehlenswert.

Reinhard M. (Österreich)

Sonnhild

Zauberhafte Wüste, Sonnhild Grevel,

im Januar 2021

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Es ist noch dämmrig, aber am Horizont leuchtet es schon rosafarben - wieder kündigt sich ein atemberaubender Sonnenaufgang an. Ich schäle mich aus meinem kuscheligen Daunenschlafsack und eine leise Traurigkeit überfällt mich, denn heute ist mein letzter Tag, hier in der südalgerischen Wüste. Weiter vorn schimmern einige Lichter und spontan mache ich mich dorthin auf, ich möchte die Stillle, die ich die letzten zwei Wochen erfahren konnte, an diesem Morgen noch einmal ganz für mich allein genießen. Ich gehe immer den kleinen Lichtstreifen nach, nur allmählich wird es heller. Beharrlich setze ich einen Fuß vor den anderen in den tiefen Sand, der das Gehen anstrengend macht, und auf einmal weiß ich: Die Lichter dort vorn, das sind die Häuser von Djanet, dem Anfangs- und Endpunkt unseres Kameltrekkings.

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Foto von Sonnhild Grevel

Ich bin schon eine gute halbe Stunde gelaufen und lasse mich auf einem dicken Felsbrocken nieder und dann bricht sie durch, zuerst ist es nur ein erstes Aufblitzen über dem dunklen Sandkamm links vor mir, doch wenige Sekunden später ein gleißender Streifen – dann ist die Sonne da, gewaltig und wärmend nach der kalten Wüstennacht. Das helle Licht lässt die Silhouette von Djanet verblassen, die eben noch dunklen Sandhügel glänzen, ein neuer Tag kommt mit unbändiger Kraft. Ich kann mich nicht bewegen, bin gefangen von diesem mächtigen Naturschauspiel und möchte diesem Erlebnis eine Stimme geben. Soll ich singen wie ich es in den letzten Tagen schon auf dem Rücken meines Reitkamels getan habe? Nein, das fühlt sich zu schwach an für diesen unbeschreiblichen Moment, und so spreche ich laut ein Gebet. Ich fühle mich klein und unbedeutend in dieser Einsamkeit aus steinigen Hügeln, Sand und Himmel und dankbar, dass ich diese Erfahrung machen darf. Ich möchte den Moment festhalten und weiß, dass er gerade mit seiner Vergänglichkeit zur besonderen Erinnerung für mich werden wird.

Die Lichter von Djanet sind verloschen im hellen Sonnenlicht und ich weiß, dass ich zurück gehen muss. Vorher mache ich noch ein paar Fotos. Sie können diese einzigartige Stimmung nicht einfangen, doch ich möchte das tapfere Pflänzchen, das den Sandsturm überdauert hat und den bizarr geformten Felsen später wieder betrachten können und mich erinnern. Noch ein paar Fotos und ich trete den Rückweg an. In der En_ernung sehe ich drei Felsformationen, hinter einer davon haben wir übernachtet. Nur hinter welcher, eher der ganz linken? nein, wahrscheinlich war es doch die in der Mitte. Ich kann mich nicht entscheiden. Wo liegt unser Nachtlager? Ich habe mich 40 Minuten von unserem Rastplatz entfernt – ein Umweg würde viel Zeit und Kraft kosten. Ich verharre ratlos – in welche Richtung soll ich gehen? Da fällt mir ein Tipp unseres Gruppenleiters ein: Wenn du deinen Rückweg suchst, gehe immer exakt in deinen eigenen Fußspuren zurück. Ich bin für die Fotos öfter kreuz und quer durch den Sand gestapft, aber nun will ich konsequent meinen Spuren folgen, ich kürze auch nicht ab, sondern laufe jedem Kringel konsequent nach, sonst würde ich noch mehr Spurendurcheinander im Sand hinterlassen. Ich halte meinen Bick auf die Fußabdrücke gerichtet und da mischen sich einige Bilder der letzten Tage dazwischen: Ich spüre fast den scharfkantigen Grund der Geröllberge, über die wir die Kamele an der langen Leine führten, denn bei den häufig abrutschenden Steinen hatten uns die umsichtigen Kameltreiber absitzen lassen, weil wir auf den zwar trittsicheren, aber heftig schwankenden Tieren leicht das Gleichgewicht hätten verlieren können. Dann sehe ich die Umrisse der Musiker am Funken sprühenden Feuer und summe eine der fremdländischen Melodien, dazwischen drängen sich die wütenden Protestschreie der Lasttiere beim Bepacken. Ich habe wieder den intensiven Geschmack der nordafrikanischen Gewürze auf der Zunge, all die leckeren Speisen, die unser Koch unter einfachsten Bedingungen mittags und abends für uns zauberte. Ich schließe kurz die Augen und da geht nochmal der Vollmond auf, der uns die ersten Nächte erhellte und ich erinnere mich an die zahllosen Sternschnuppen mitten in der klaren Nacht, die ich kaum mehr zählen konnte. Bei einer habe ich mir gewünscht, wiederzukommen, vielleicht schon im nächsten November. Wenn ich auf dem Rücken der Tiere im schwankenden Passgang die weiten Ebenen durchquere oder auf einem Dünenrücken sitzend die Sonne untergehen sehe, während der feine Sand durch meine Finger rieselt, entdecke ich für mich die Langsamkeit.

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Die Sonne steigt höher und lässt schon die aufziehende Hitze des Tages ahnen. Hoffentlich vermissen mich die anderen noch nicht – ich weiß nicht wie spät es ist, bestimmt schon sieben und Frühstückszeit. Wahrscheinlich habe ich mittlerweile mehr als die halbe Wegstrecke zurückgelegt und spüre die Sonne kräftig im Rücken -die Wärme tut noch gut. Ich erschrecke, als ich merke, dass ich, meinen Spuren folgend, auf die äußerst linke der drei Felsformationen zulaufe. Mein Gefühl hätte mich falsch geleitet. Wenige Minuten später gehe ich an meinem verwaisten Schlafplatz vorbei zum allmorgendlichen Feuer, wo schon Kaffee, gerösteter Toast und die anderen Frauen meiner Gruppe auf mich warten. In der Ferne entdecke ich auch die Kameltreiber, die unsere Begleittiere von ihren nächtlichen Futterplätzen zurückbringen. Es ist immer wieder ein Atem raubender Anblick, wenn die Wüstensöhne mit wehender Kleidung heranreiten.

Unsere Kameltour 04. Januar 2020

Ganz aufgeregt ging es zum Frankfurter Flughafen und ab nach Algerien. Die Gedanken kreisten noch darum, ob sich im Gepäck die richtigen Sachen befinden. Auch wenn ich vorher viele Tipps und Ratschläge bekommen hatte. Die ganze Anreise war mit positiven Erlebnissen behaftet. Unseren langen Zwischenstopp haben wir uns mit einem Ausflug in die Innenstadt von Algier verkürzt, der durch die Hilfsbereitschaft, der Algerier auch gut zu meistern war.

Nach dem späten Abflug kamen wir ziemlich erschöpft in Djanet an und sind nur noch in unsere Betten gefallen. Den nächsten Tag ging es auf den Markt, um evtl. fehlende Sachen zu kaufen. Und uns mit Stoff für unseren Schesch (Turban) zu versorgen.
Wir haben auf unserer Reise, dann auch das „Binden“ eines Scheschs gelernt. Und ich habe ihn jeden Tag getragen. Djanet wurde noch besichtigt und dann ging es mit den Autos in die Wüste. Der erste Blick auf unsere Kamele wurde gewagt. Als totaler Neuling war ich sehr sehr verzagt, solch einem großes Tier zu begegnen. War auch gespannt, ob ich dies hinbekomme.

Unser erstes Quartier wurde bezogen. Ein kleines Zelt konnten wir (ich war mit meiner Schwester unterwegs) nutzen.

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Jeder suchte sich einen Platz, weit genug von den anderen entfernt, so dass man sich nicht störte, aber trotzdem in der Nähe war. Die erste Nacht verbrachten wir unter dem Sternenhimmel. Leider war es im Januar Nachts sehr kalt, so dass wir verwöhnten Städter dann doch lieber in das Zelt gekrochen sind.

Die Begegnung mit den Kamelen war ein tolles Erlebnis. Irgendwie fand jeder ein Tier, das zu ihm passte und hatte es gleich ins Herz geschlossen. Schnell hatte man sich an seinen „Gefährten“ gewöhnt, auch als Neuling und nicht besonders erfahren mit großen Tieren, war es gut für mich zu meistern.

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Unsere Tagestouren waren sehr sehr abwechslungsreich. Es gab immer neu Landschaften, Felsformationen, Fossilien, einzigartige Wasserstellen zu entdecken. Unsere Touren verlangten schon Kondition und Trittsicherheit. Es ging über felsige Routen bergauf und bergab, das Kamel im Rücken.

Mittags empfingen uns immer die Lastenkamele und unserer „Crew“ mit einem leckeren leichten Mittagessen, nach einer ausgiebigen Mittagsrast ging es dann meist weiter. Hoch zu Kamel oder zu Fuß, dass Tier an der Leine dahinter. Ich persönlich bin hier und da schon mal geritten, aber das Laufen hat mir besser gefallen, dem Boden halt näher.

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Nach 2-3 Tagen hatte man seine Routine: Morgens anziehen, packen, Sachen zum Sammelplatz bringen. Am Feuer den ersten Kaffee getrunken, gefrühstückt, nach kurzer Verschnaufpause kamen die Kamele oder wir haben sie geholt. Fertigmachen und los. Laufen oder reiten ganz nach eigenem Gusto. Mittagsrast und weiter.
Abends nach der Ankunft seinen Platz gesucht und Zelt aufgebaut, seine Sachen sortiert und es sich am Lagerfeuer gemütlich gemacht. Zusammen gesessen und später wurden wir wieder mit einem leckeren Essen verwöhnt.

Ein Rastplatz hat uns sehr gut gefallen, so dass wir kurzentschlossen , nach gemeinsamer Abstimmung, 2 Nächte geblieben sind. Tagsüber haben wir Wanderungen in die Umgebung unternommen. Und jeder bekam eine Flasche Wasser zum Haarewaschen, was ein Genuss.

Es gab immer wieder Überraschungen: es wurde Brot im Sand gebacken, besondere Spieße gegrillt, jeden Abend bzw. nach dem Essen haben wir die 3 Tees erhalten (von bitter bis süß), mit viel Aufwand zubereitet. Lasst euch überraschen. Am letzten Abend wurden wir mit Musik verabschiedet, herrlich. Dann ging es morgens mit Jeeps über Sanddünen zurück. Eine letzte Übernachtung und morgen ab Richtung Algier und dann Frankfurt.

Man führt eine besinnliche Tour und entschleunigt ganz langsam, trotz körperlicher Anstrengung.
Eine wüstenhafte Stille, ein überwältigender Sternenhimmel, aber auch totale Finsternis, sofern kein Mond den Weg erleuchtet, umgibt einen. Der Erde und der Natur so nah. Das alles ließ mich die Bequemlichkeit (Dusche etc.) und den Alltag vergessen. Wo ist man schon mal ohne Wasser, Strom und Handy Empfang.

Die Tour war ein tolles Erlebnis, dass ich nicht missen möchte und hoffentlich nochmal wiederholen kann.

Ellen L.

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Open Sans ist eine freundliche Schriftart mit runden Buchstaben, die sowohl auf dem Computer als auch auf mobilen Endgeräten gut aussieht.

Ellen
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Méharée im Tassili n’Ajjer 04.01. – 25.01.2020

Seit langem träumte ich davon, in der algerischen Sahara eine Wüstentour mit Dromedaren zu unternehmen und mehr über das Leben der Tuareg zu erfahren. Über ein französisches Online-Forum stieß ich bei meiner Suche auf den Namen Tahar Marmouri, der in Djanet Wüstentouren organisiert. Auf der Suche nach Kontaktdaten bekam ich einen Link zu Inés Boelke, die Tahar von Deutschland aus unterstützt. Nach einem persönlichen Kennenlernen mit Inés und Tahar, der gerade in Deutschland verweilte, nahm mein Traum Gestalt an. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich vor längerer Zeit etliche Jahre in Algerien gelebt habe und mir das Land und die Mentalität der Algerier in sehr guter positiver Erinnerung geblieben sind.

Der Reisetag rückte näher, alle Vorbereitungen wurden getroffen. Durch die großartige Unterstützung von Inés bekamen wir unser Visum vom algerischen Konsulat in Frankfurt. Die Reisetaschen wurden gepackt mit typischen Reiseutensilien für die Wüste, wie Zelt, Schlafsack, Trinkflasche, Chèche, Trinkbecher, Taschenlampe, geeignetes Schuhwerk, Anziehsachen für den Tag und besonders warme Sachen für die Nacht, denn die Temperaturen schwanken in der Wüste sehr stark und es kann auch mal nachts 0° C oder darunter werden. Durch eigene Erfahrungen auf etlichen anderen Wüstentouren besitze ich typische Wüstenkleidung etc.

Ursprünglich planten meine Freundin und ich 3 Wochen Sahara allein, durch Inés Freunde erweiterte sich die Gruppe auf 7 Teilnehmer für 2 Wochen, was uns freute.

Am Frankfurter Flughafen trafen sich alle Wüstenfreunde zum Abflug nach Algier.
Den ca. 8-stündigen Aufenthalt nutzten wir für eine Tour durch Algier, was für mich eine emotionale Wiedersehensfreude war. Mit dem 2. Flug um Mitternacht erreichten wir gegen 2:00 den Flughafen bei Djanet, wo wir von Tahar begrüßt wurden und wir anschließend im neu erbauten Teil des Hotels Zeriba in Djanet ein paar Stunden Schlaf/Erholung von der Reise fanden. Ich war angenehm überrascht vom sehr sauberen gut eingerichteten Hotel Zeriba, das ich sehr empfehlen kann.

Nach dem Frühstück zeigte uns Tahar seinen Heimatort und führte uns durch Djanet auf den Basar-Souk und in ein typisches Tuareg – Museum und wir erfuhren etwas über die Geschichte und das Leben der Tuareg – bzw. den Imuhar, wie sie dort in ihrer Sprache genannt werden.

Nach einem typischen arabischen Mittagessen fuhren wir mit wüstentauglichen Geländewagen direkt in die Landschaft und Weite der Sahara. Auf der Fahrt ließen uns schon etliche Felsformationen erahnen, was uns auf unserer Tour landschaftlich erwarten würde und wir sahen dem freudig aufgeregt entgegen. Unterwegs trafen wir auch schon unsere Kamelkarawane mit unseren Tuareg-Begleitern.

Angekommen an unserem 1. Übernachtungsplatz machten wir uns mit unserer Umgebung vertraut und ein jeder wählte seinen Zeltschlafplatz aus. Während dessen erreichte uns auch unsere Kamelkarawane und wir machten uns mit unseren Wüstenbegleitern bekannt.

Am Abend gab es ein köstliches Essen am Feuer, auf hergerichteten Matten und umgebenen Windschutz wurde uns wie ein „Salon“ eingerichtet. Der typische sehr süße aufgeschäumte Tee in drei Phasen rundete das Mahl ab. Schon bald ergriff uns große Müdigkeit, da die letzte Nacht doch ein wenig kurz von der Reise ausfiel.

Unter klarem Sternenhimmel und den Geräuschen der Wüste genoss ich meine erste Nacht in der Sahara und war gespannt auf die weiteren Tage.

Am Morgen packten wir noch vor dem Frühstück unsere Zelte und Sachen zusammen, denn ab heute begann unsere tägliche Tour. Nach dem Frühstück suchten wir uns unsere Reitkamele aus, was einige Zeit in Anspruch nahm und wie eine Zeremonie anmutete. Die Kamele beschnupperten uns zuerst und es entstanden beiderseitige Sympathien von Reiter und Tier und so wurde die Auswahl getroffen, die auf der ganzen Tour bestehen blieb.

Jeder war nun verantwortlich für sein Kamel und konnte es nach einem Crashkurs von unseren Tuareg-Begleitern selbständig mit dem typischen Sattel und Kleingepäck für unterwegs packen. Unsere Lastkamele wurden mit dem schweren Gepäck und den Küchenutensilien beladen. Danach begaben wir uns auf die erste Strecke durch eine wunderschöne Landschaft mit herrschaftlichen Felsformationen, die uns stark beeindruckten

und die Kameras klickten. Nachdem wir unsere Kamele eine Weile an der Leine geführt hatten, war es nun an der Zeit, erste Reitversuche zu unternehmen. Das Auf-und Absteigen eines Kamels ist immer mit etwas Herzklopfen verbunden, denn man schwankt beim Erheben und Niederknien des Kamels gewaltig von vorn nach hinten und umgekehrt.
Die Landschaft auf dem Rücken eines Dromedars zu sehen ist viel schöner und die Weite ergreifender.
Bei einer Mittagsrast empfing uns wieder ein vorzügliches, auch optisch liebevoll angerichtetes Mahl und wir lobten begeistert unseren Koch Mimi, der uns tagtäglich mit den köstlichsten landestypischen Speisen verwöhnte. Nach jeder Vormittags- und Nachmittagstour erwarteten uns zuerst leckere kleine Snacks wie Oliven, Nüsse, Kekse, Rosinen etc. und Getränke aller Art sowie auch Kakao bevor das Hauptessen gereicht wurde.

Tagtäglich über Stock und Stein, steile felsige Pässe und durch Felsspalten wurden wir von unserem Wüstenführer Wawa und Tahar durch die spektakuläre Landschaft begleitet. Wir trafen auf Gueltas und Nomadengräber, betrachteten uralte noch sehr deutliche Felsmalereien, begegneten Nomadenfamilien mit ihren Tieren und waren beeindruckt von der Vegetation wie den dornigen Akazienbäumen, Büschen und Blumen in den teils farbenträchtigen gigantischen Felsen und Sanddünen. Ein besonderes Highlight war auch das Zusammentreffen mit einer Kamelstutenherde mit ihren Babys. Ich habe heute noch die Kamelbabylaute im Ohr. Wir kamen auch in den Genuss von Kamelmilch, die beste Milch, die ich je getrunken habe.

Das Erlebnis der Sonnenuntergänge mit dem besonderen Licht hoch oben auf den Dünen ließ uns träumen und wir glitten in eine tiefe Entspanntheit nach einem ereignisreichen Tag. Mit diesem Rhythmus erlebten wir alle Tage unserer Wüstentour.

Tahar, der auch Musiker ist, hatte eine besondere Überraschung für uns. Er und seine Band gaben uns eines Abends ein Live-Konzert vor Ort. Es wurde gesungen und getanzt und wir genossen den Abend in temperamentvoller Stimmung im Lagerfeuerschein bis tief in die Nacht.

Am nächsten Tag verkleinerte sich unsere Gruppe und wir setzten die Tour in der dritten Woche zu dritt mit unseren Begleitern fort. Die Landschaft veränderte sich und wir näherten uns dem großen Erg mit seinem atemberaubenden wuchtigen großen Sanddünenstrang. Da wir mit Kamelen unterwegs waren und die Tiere dort im Erg kein Futter finden würden, bestaunten wir die große Dünenlandschaft nur aus nächster Nähe.

Dennoch führte uns unser Weg über große Dünen umrahmt von Felsformationen, in denen wir weitere Felsmalerei bestaunten. Unglaublich, welches Leben früher hier vor zigtausend Jahren stattgefunden haben muss.

Der letzte Tag in der Sahara kam und der Abschied nahte. Wir wurden wehmütig.
Wir haben 3 fantastische traumhafte Wochen in der Sahara verbracht.
Von unseren sehr freundlichen Tuareg-Begleitern wurden wir sehr behütet, vollumfänglich bestens versorgt und immer in bester Stimmung durch unsere Tour geführt. Ein großes Lob und tiefen herzlichen Dank an Tahar und unsere Tuareg-Begleiter für die gesamte sehr gute Organisation und die Auswahl der Tour, die uns ihre Heimat liebevoll nahe brachten und wir noch lange von dieser besonderen Reise zehren werden. Dank an ihre Kamele, die uns sicher auf ihre Rücken trugen und uns begeisterten durch ihre Art, Anmut und Geduld im Umgang mit uns Fremden.
Ich liebe dieses Land Algerien, die Wüste und ihre Menschen mit ihrer offenen Art und Mentalität. Die Menschen mussten wir zurück lassen, die Erinnerungen an die schönen Begegnungen mit ihnen und diese traumhafte Reise werden uns weiter begleiten und die Sehnsucht nach der Sahara bleibt. Und wenn wir die Sehnsucht nicht mehr aushalten, kommen wir gern wieder zurück. Inshallah.

Carola D.

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Carola
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Ich habe seit 2009 jährlich Trekkingtouren in Wüstengebieten unternommen, aber trotz großartiger Landschaften hat mich keine so in den Bann gezogen wie die Nationalparkgebiete Tassili und Tadrart in der südalgerischen Zentralsahara. Die Eindrücke insbesondere von der atemberaubenden und sehr abwechslungsreichen Landschaft haben mich nach jeder Tour noch lange begleitet.

Insgesamt bin ich in den Genuss von 3 Trekking-Aufenthalten mit Tahar und seinem Team gekommen und hoffe, noch weitere Touren bei ihm unternehmen zu können.
Photos, Videos und Berichte von Ines Boelke über Trekking- und Kameltouren bei Tahar Marmouri hatten in mir schon länger den Wunsch aufkommen lassen, auch einmal die Zentralsahara im Süden Algeriens kennen zu lernen. Bei einem Treffen mit Tahar in Frankfurt wurde eine Tour im Tassili-Nationalpark nach persönlichem Wunsch besprochen.

Wir, zwei erfahrene „Wüstenfrauen“ haben im Jahr 2018 eine sehr abwechslungsreiche Tour erlebt; jeder Tag und jeder Tagesabschnitt war anders: mal durchwanderten wir Felslabyrinthe, mal Dünenlandschaften unterschiedlicher Größe, mal weite flache Ebenen. Tahar war immer ein sehr aufmerksamer und fürsorglicher Begleiter. Vom Begleitteam, welches mit einem Pickup unterwegs war, wurden wir kulinarisch mit Tuareggerichten und algerischer Küche verwöhnt. Bei Ankunft am Lagerplatz war bereits ein „Wohnzimmer“ errichtet, Getränke und diverse Snacks standen bereit. Hatten wir uns auf der Tour etwas verspätet, kam uns der Pickup-Fahrer Mustafa schon entgegen. Das Zusammensein mit dem Team war lustig: kaum entfernten wir uns für eine neue Tagesetappe vom Lagerplatz drehte Mustafa Tuaregmusik aus dem Autoradio laut auf und erledigte seine Arbeit fast tanzend. Unterwegs im Pickup konnte es vorkommen, dass das Team den Wagen anhielt, sie stiegen aus und tanzten zu Musik von Tinariven oder Tamikrest.
Die Krönung dieser Tour waren Wüstenkonzerte der Gruppe Toulout, dessen Gründer und Mitglied Tahar ist.

Noch im selben Jahr unternahm ich mit meiner Tochter eine weitere Tour bei Tahar und seinem Team. Dieses Mal zeigte er uns primär das UNESCO-Gebiet von Tadrart. Kurz vor unserer Reise hatte es einige Zeit geregnet und so erlebten wir Tadrart in üppigem Grün. Ein unvergessliches Erlebnis waren kurzzeitig entstandene Seen im Gebiet von Mulan Naga, in deren Wasseroberfläche sich Dünen und Akazien widerspiegelten. Die sehr abwechslungsreiche Landschaft mit ihren riesigen Dünen aus gelbem und rotem Sand, dunklen Felsen und Bergen kam uns vor wie eine Filmkulisse. Auf den täglichen Wanderungen besichtigten wir auch die vielen Felszeichnungen und Gravuren. Unsere Lagerplätze wurden sorgfältig ausgewählt, noch nie hatten wir so schöne „Schlafzimmer“ und „Badezimmer“. Von Koch Salam wurden wir mit Tuareg-Gerichten bestens verwöhnt.

Auf meiner dritten Tour im Januar 2020 (diesmal Kameltrekking) mit sechs weiteren wüstenbegeisterten Frauen durchwanderten wir fernab und höher gelegene Gebiete des Tassili-Nationalpark. Es war so erstaunlich wie trittsicher die Dromedare ins Gebirge hinaufstiegen, an Felswänden entlang, über steile Pässe hinauf und ebenso wieder hinunter. Das Begleitteam ging mit den Lasttieren eine andere Strecke, so dass wir bei Ankunft am Lagerplatz schon ein wärmendes Feuer, Getränke und Snacks vorfanden.

Die Strecke war wieder sehr abwechslungsreich, jede tägliche Etappe anders. Vom Gebirge über steinige schwarze Ebenen, durch Schluchten mit farbigem Gestein, über weite Sandflächen zu Felsformationen und Dünen. Besonders beeindruckend waren Gueltas (Wasserbecken) unterschiedlicher Größe und Felszeichnungen.

Von Tahar und seinem Team wurden wir wieder sehr gut versorgt.
Am letzten Abend gab es ein fast vierstündiges Tuareg-Musik Konzert der Gruppe Toulout unter dem Sternenhimmel. Eine sehr schöne unvergessliche Stimmung.


Monika B-J

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Kim
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Foto Monika B.-J.

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Foto Monika B.-J.

Nach zwei Wüstenaufenthalten in Tunesien und Marokko, habe ich im Oktober 2018 mit meiner Mutter eine zehntägige Tour durch das Tadrart-Gebiet in Algerien unternommen. Tahar war als unser Guide mit dabei, Salam als unser Koch und Mustafa als unser Fahrer. Wir sind durch wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaften gewandert, die durch viel Regen in den Wochen zuvor aufblühten und uns die eine oder andere Überraschung bescherten: Hinter einer Düne tat sich uns auf einmal ein großer, durch den Regen entstandener See um einen Felsen herum auf. Neben so vielen anderen schönen Überraschungen auf der Tour, war das eine besonders einzigartige Erfahrung.

Tahar hat uns während unserer Reise alle Wünsche von den Augen abgelesen und immer dafür gesorgt, dass wir rundum gut versorgt sind und uns wohl fühlen. Mustafa hat immer für gute Stimmung gesorgt und mich sogar mit seinem Jeep fahren lassen. Salam hat uns mit dem leckersten Essen versorgt. So haben wir uns schon jeden Morgen wieder auf seine köstlichen Salate und Tuareg- Spezialitäten am Abend gefreut.
Kurzum: Die Reise im Tadrart war außergewöhnlich schön und ein Erlebnis, das man nie wieder vergisst.


Kim J.

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Foto Monika B.-J.

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Foto Monika B.-J.

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Nun ist es ziemlich genau ein Jahr her, dass ich auf gepackten Koffern saß ( bildlich gesprochen, tatsächlich waren es natürlich eine Reisetasche und ein Rucksack). Letzte Kontrolle, alles da: Zelt, Isomatte,  mein wärmster Schlafsack, dicke Daunenjacke,  Wollpullover, Trekkingstiefel, Wolldecke – im Januar ist es kalt in der Wüste!                                                                                                

 Ansonsten ein Minimum an Wäsche und Klamotten. Der Pass mit dem algerischen Visum, das Inés vorab besorgt hatte.  Außerdem das, was ich immer in die Wüste mitnehme: Chèche, Trinkflasche, Becher, Taschenlampe, Taschenmesser.

Dann geht es los - Abflug Frankfurt am Samstag früh, Direktflug nach Algier. Von dort erst am Abend weiter nach Djanet, wo wir gegen 2:00 Uhr nachts ankommen und von Tahar abgeholt werden. Wir fahren ins Hotel Zeriba nach Djanet, beziehen für den Rest der Nacht sehr saubere Zimmer und schlafen noch ein paar Stunden.

Am Morgen, nach dem Frühstück im Hotel, gehen wir noch auf den Markt, machen eine kleine Stadtrundfahrt, essen mittags in einem einheimischen Lokal und dann, am Nachmittag, geht es endlich hinaus in die Sahara. Seit vielen Jahren habe ich die Sehnsucht nach dem algerischen Teil der Sahara, wo ich vor Jahrzehnten auf eigene Faust unterwegs war, gepflegt. Inzwischen war viel anderes los, in der Welt und in meinem Leben, in Algerien Bürgerkrieg, ich bekam ein Kind, aber die Erinnerung an die algerische Sahara blieb. Meine Freundin, mit der ich diese Reise unternommen habe, lernte dann Inés kennen, wir trafen uns in Frankfurt auch mit Tahar und beschlossen, im Januar 2020 drei Wochen mit ihnen ins Tassili N'Ajjer zu gehen. Es kamen noch vier weitere Frauen mit, so dass wir in den ersten zwei Wochen zu siebt waren, in der letzten Woche nur noch drei.

Am Montag beginnt dann unsere eigentliche Tour - tägliches Gehen durch absolut spektakuläre Landschaften. Felsformationen, die mir den Atem stocken lassen. Steile felsige Pässe mit den Kamelen, und nie im Leben hätte ich gedacht, dass Kamele in diesem Gelände gehen können. Aber sie setzen sicher und ohne Zögern einen Schritt hinter den anderen. Überhaupt sind diese Tiere eine einzige Freude, elegant, friedlich, geduldig, leicht zu führen.

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Wawa, unser wunderbarer Führer, zeigt uns jahrtausendealte Felsmalereien an teils sehr versteckten, teils schwer zugänglichen Stellen (er findet sie alle!), führt uns zu Gueltas, wo wir die Tiere tränken und Brauchwasser mitnehmen.

Mimi, der beste Koch zwischen El Oued und Agadez, überrascht uns täglich mit leckeren und auch optisch liebevoll dargebotenen Speisen. Immer wenn wir von unserer Wanderung „heim“ kommen (also an unseren Lagerplatz für die Nacht), erwartet uns ein üppiges Angebot an kleinen Leckereien – Oliven, Kekse, Rosinen, Zitronen, Nüsse, dazu diverse Getränke. Und nach ein paar Tagen finden sich Nomaden, die uns eine Ziege verkaufen, und so gibt es Malfouf und Grillfleisch.

Wir finden Nomadengräber; mit Steinen in den Sand gelegte Moscheen; Landschaften, bei denen man an den „Herrn der Ringe“ denken muss; Blumen in schwarzem Fels; Steine in allen Farben; Dornakazien, deren Blätter die Kamele sich schmecken lassen; Nomadenfamilien mit ihren Tieren; ein frisch geborenes Kamelbaby, und Kadir holt Kamelmilch für uns. Für immer unvergesslich der Platz, an dem wir kurz vor Sonnenuntergang den Blick in die Weite der Dünenlandschaft des Erg d'Admer haben.

An unserem letzten Tag regnet es doch tatsächlich! Ab dem späten Vormittag ein leiser, sanfter Nieselregen, der uns dazu zwingt, die Regenjacke anzuziehen. Und wieder versorgen uns die Tuareg so umsichtig und liebevoll! Suchen einen Platz unter einem Felsvorsprung, bedecken den Boden mit trockenem Sand, so dass wir es gemütlich haben. Und am Abend hört der Regen auf, der Himmel zeigt sich noch einmal in seiner ganzen Pracht über dieser archaischen, überwältigenden Landschaft. Und ich kann noch einmal mein kleines Zelt aufbauen und beim Einschlafen in die Unendlichkeit des Sternenhimmels schauen.

Das war eine traumhafte Reise, bestens organisiert, es hat einfach alles geklappt und wir fühlten uns sicher und beschützt durch unsere freundlichen und humorvollen Tuareg-Begleiter. Ich habe schon einigen Freunden begeistert davon erzählt, vielleicht komme ich ja nochmal mit. Inchallah.

Stefanie K.

Stefanie

Meine erste Reise nach Algerien und in die südliche Sahara.
Alles begann damit, dass Inès, damals noch eine ganz junge Freundschaft,ein selbst gestaltetes Fotoalbum von der algerischenWüste vorlegte.
Diese Vielfältigkeit der abwechslungsreichen Farben, Formen und Landschaft faszinierten

mich auf Anhieb.
Mein Entschluss stand fest.

 

 

Das will ich auch erleben.

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Durch die guten Erfahrungen und Kenntnisse von Inès, waren die Vorbereitungen (z.B.Visum) komplikationslos.
Schnell stand der Termin im November zu fliegen fest, denn dort ist die Hitze tagsüber nicht mehr so groß, und hier kann man schnell dem Novemberblues schnell entfliehen. Fragen über Fragen, die Inès alle geduldig und zu unser Zufriedenheit beantwortete.
Sie erledigte die Formalitäten auf dem Konsulat und mit Tahar, „unserem“ Vertrauensmann vor Ort auch die Unterbringung und die Auflagen vom Land Algerien vor Ort. Beide haben uns mit ihren besten Kenntnissen und Erfahrungen eine Liste überreicht, was nötig, wichtig und ratsam ist...
Wir waren eine Gruppe von 5 Frauen ( incl. Inès), von denen 3 von uns noch nie! In eine so eindrucksvolle wunderschöne Welt eintauchen durften.
In Algier gelandet, es regnete, unser Aufenthalt dauerte ca. 10 Stunden, sorgte Inès für die erste Überraschung, in dem sie ein Hotelzimmer buchte, um uns die Wartezeit zu verkürzen.
Am Abend stiegen wir aufgefrischt in das nächste Flugzeug in die 2. Etappe.
Nach vielen Stunden Flug über total dunkle Zonen landeten wir in den Morgenstunden leicht übermüdet in Djanet.
Mit großer Freude nahm Tahar uns in Empfang.
Er organisierte 2 Autos mit denen wir etwa eine knappe Stunde (genau weiß ich das nicht mehr) in unsere Bleibe gebracht wurden.
Der Flughafen sehr einfach, aber das Flugpersonal sehr nett und höflich.
Lichter, fremde Menschen deren Kleidungen, Häuser in anderen Formen begleiteten mich und ließen mich in diese wunderbare Welt eintauchen.
Von der langen Anreise übermüdet und dennoch aufgeregt auf das „Neue“ entgegenfiebernd lagen wir in „ unseren“ Nachtlagern. Alles bestens vorbreitet.
Der 1. Tag:
Nach einem guten Frühstück fuhr Tahar uns, nun sommerlich gekleidet, aber Arme und Beine bedeckt in die Stadt auf den Markt. Schmuck, einen Schesch ( die ideale Kopfbedeckung für die Wüste) war unser Wunsch einzukaufen.
Ein lebendiges Treiben in bunten Farben, die Sonne ließ schnell unseren Alltag hinter uns.
Tahar führte uns sicher , genau wissend, wohin wir wollten durch die Markthallen.
Noch eine Nacht, die wir am Abend oben auf dem Haus verbrachten mit köstlichem Essen,
dann sollte es endlich losgehen. Unsere Zivilisationskleidung ließen wir gut verschlossen in unseren Koffern im Haus zurück.
Wieder mit Autos wurden wir mit all dem Gepäck ( Töpfe, Geschirr, Lebensmittel, etc.) an den Stadtrand von Djanet zu unserem Treffpunkt gefahren und dort warteten wir.... Die Landschaft steinig und trocken
Eine Weile verging, wir sinnten in der Sonne...
Und dann eine von uns rief „ Schaut mal da kommen Kamele !!!“ 10 an der Zahl !!

die waren für uns, eine Freude und Unruhe kam auf. 5 Kamele waren für all unser Gepäck; die anderen waren für uns, ausgestattet mit Satteln und Decken. Jeder durfte sich (s)eins „aussuchen“ , das uns in den nächsten „er“tragen sollte. Wie von einem Magnet angezogen, ging ich auf „mein“ Kamel zu; ein weißes mit ausgerissenem Nasenloch..

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Zunächst machten wir uns miteinander vertraut, in dem jeder von uns sein Kamel an der Leine führte; und er trabte treu hinter mir her, als kannten wir uns schon eine Ewigkeit, diese weiche Schnauze spürte ich so angenehm in meinem Nacken, und das Gefühl sollte mich noch an vielen Tagen auf so wunderbare Weise begleiten.

Und dann kam der schönste und wunderbarste Moment: Der Aufstieg

Ein Moment, den ich nie vergessen werde. Dieses Vertrauen des Kamels, mit seiner stoischen Ruhe ließ es sich über sich ergehen, wie zum wievielten Male, sich so ein unwissender und unerfahrener Tourist, und mit einer riesen Portion Geduld, die unsere Helfer mitbrachten uns in die Sättel halfen.Und oben angekommen, erhob sich mein Kamel sehr elegant zunächst mit den Hinterbeinen mit mir! Und es schaukelte heftig. Ich hatte großes Vertrauen und nicht eine Minute das Gefühl der Unsicherheit. Ein Glücksgefühl!

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Vielleicht war der Ort des Aufstieges nicht ganz der Richtige; links Felsen in die Höhe, rechts ein Blick in die Tiefe, der durch die hohe Position auf unserem Kamel noch tiefer erschien. Mir machte das jedoch nichts aus... ich wusste, mein Kamel führt und trägt mich sicher durch diese fantastische Landschaft, die ich von hier oben nun noch mehr genießen konnte.
Nur einen halben Tag ritten wir zu unserem 1. Übernachtungsplatz , den ( wie auch alle anderen) Tahar mit Bedacht und guten Kenntnissen ausgesucht hatte.
Mit schnellen Griffen wurde von unseren Begleitern das Abendlager aufgebaut. Ein Salon, umgeben mit einem Windschutz, einem Feuer zum Wärmen und als Lichtquelle... Nebenan die Küche und nach wenigen Augenblicken duftete es nach gutem Essen.
Noch bevor es dunkel wurde, suchten wir für Jeden von uns mit Hilfe von Tahar und Inés einen geeigneten Schlafplatz unter freiem Himmel ; nicht so weit entfernt vom Salon, jedoch weit genug, um seine eigene und auch die der anderen Intimsphäre zu bewahren, und doch sicher vor Wind...
Wir legten Matten, die wir von Tahar bekamen und unsere Packsäcke zurecht. Alles für die Nacht vorbereitet, ging Tahar mit uns zu einem Platz,, von dem wir einen Sonnenuntergang in den schönsten Farben und Eindrücken genießen konnten; ziemlich genau 18.00 Uhr.
Der Hunger meldete sich, und mit unseren Stirnlampen liefen wir nun zum Salon, wo bitteschön die Schuhe davor ausgezogen wurden.
Halifa „unser“ Koch kredenzte uns ein Abendessen von ganz besonderer Art. Warmes Essen, Linsen, Fleisch wunderbar gewürzt mit einheimischen Gewürzen. Eine Vorspeise mit Rohkost, Gurken, Oliven, Tomaten und Cola! Wasser so kostbar und köstlich. Auch mit Datteln zum Nachtisch wurden wir überrascht.
Einige Zeit später wurde uns noch ein ganz besonderer Tee zelebriert.
Grüner Tee mit viel Zucker, der immer wieder umgegossen wird und dadurch eine Schaumhaube erhält, einen Schesch. Dreimal wird er aufgegossen.
Der 1. Aufguss: die Liebe; der 2.: das Leben; der 3.: der Tod.
Das Feuer wärmte uns , und wir sprachen über unsere Erlebnisse und Eindrücke vom 1. Tag in der Wüste...... ich war da, so richtig glauben konnte ich das noch nicht.

Auch die Nacht, vor Aufregung und mit der ungewohnten Lagen unter freiem Himmel, schenkte mir wiederum wunderschöne Eindrücke: Ein Sternenhimmel so nah, voller Glitzer und überfüllt mit leuchtenden Punkten und ein Regen von Sternschnuppen. Ganz selten holten uns die Geräusche und Lichter von Flugzeugen in die Erinnerung der Zivilisation zurück. Dann liegt man in seinem selbst gebauten Nest, sinnt über das Vergangene nach... ja und auch, dass ich drei Nächte zuvor da oben über diese mir noch so unbekannte Landschaft flog.... Und nun bin da angekommen, schon vertraut...

Der Sonnenaufgang – einmalig schön – ein neuer Tag mit gutem duftenen Kaffee beginnend, wartete auf uns.
Jeder packte seine Sachen zusammen und brachte alles zu unseren Leuten, die sie perfekt verschnürt auf die Lastkamele verteilten. Des Nachts hatten die Kamele freien „Ausgang“, die Vorderfüße zusammen gebunden, damit sie nicht so weit wegliefen, konnten sie dann in freier Wildbahn fressen. In den frühen Morgenstunden wurden sie wieder zu uns zurückgeführt, gesattelt und bepackt. Das Helferteam wanderte, sobald alles verschnürt und gepackt war, schon voraus, um rechtzeitig am Mittagsplatz alle Vorbereitungen vorzunehmen. Wir, frisch gestärkt, ritten auf Umwegen durch bizarre immer wieder anders aussehende Welten hinterher. Die Farben des Sandes; die Formen der Felsen, die Vegetation alles war ein Spiel der Veränderungen. Ich konnte mich einfach nicht satt sehen an dieser fantastischen Landschaft. Von oben auf dem Rücken meines Kamels sah ich Geckos, die blitzschnell in Ihre Höhlen verschwanden; Menschen, die mit ihren Tieren, wie z.B. Ziegen umherwanderten, Esel die neugierig stehen blieben, und andere Kamele die allein umherzogen.

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An manchen Tag zog ich es vor zu laufen, mein Kamel dankte es mir, das jedenfalls war mein Eindruck. Mit seinen dicken verhornten sensiblen Füßen trabte es mit seinem Passgang hinter mir her, und seine weiche Puschelschnautze spürte ich ganz nah bei mir in meinem Nacken. Ein vertrautes Gefühl.
Tahar zeigte uns ausgefallene Landschaften, riesige Sanddünen, Wasserlöcher, Grünflächen, die kaum vorstellbar sind, Felsenmalereien, die mehr als 4000 Jahre alt sind, Wege durch die vor kurzer Zeit riesige Wassermassen durchflossen sein müssen. Und Sonnenuntergänge jeden Abend aufs Neue und doch immer wieder anders.
Die 2 Wochen vergingen wie im Flug. Fern ab von Hektik, Autogestank und dem täglichen Muss (obwohl auch hier in der Gemeinschaft ein Muss erforderlich)
So gern denke ich an diese einmaligen Erlebnisse zurück...
sodass ich im folgendem Jahr noch eine zweite Reise dorthin machte.

Sie war ganz anders, aber nicht minder schön. Manche Plätze hatte ich wieder erkannt, mein Zuhause vom letzten Jahr..

Und Tahar sagte es so oft zu uns „ Willkommen tu hause“ So habe ich mich auch gefühlt.

Ute K.

Ute
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Mein erstes kennenlernen der Wüste war mit meiner Nichte zusammen. Zuhause fragten mich die Freundinnen, was ich in der Wüste wolle. Ja, was wollte ich dort? Wissen, wie ich auf diese Leere, Weite und Minimalismus reagieren würde. Eins sein mit dem beruhigendem Schaukeln auf dem Kamel und die gute Aussicht. Oder auch das endlose Laufen durch die Stille manchmal sogar in Socken. Spannend sind auch die archäologischen Führungen, die Tahar oft einbindet. Ich habe ganz ehrfürchtig davor gestanden.

Die Freude den ganzen Tag und die Nacht draußen zu verbringen, einfach genießen. Ich kann so wunderbar abschalten in der Wüste. Sie beruhigt mich einfach . Unser Wüstenführer in der interessanten,algerischen Wüste, heißt Tahar.

Mit der ruhigen, freundlichen Art kann ich diese besondere Weise zu reisen in vollen Zügen genießen. Zumal er sich mit Erfolg bemüht hat die Deutsche Sprache zu lernen. So ist die Kommunikation erleichtert. Ein tolles Erlebnis ist, in Tahar‘s „Salon“ den Abend ausklingen zu lassen. Bei wunderbarem Sternenhimmel , Lagerfeuer und leckerem Tuaregtee. Die Krönung, wenn Tahar die Gitarre nimmt und mit seinen „Jungs“ spielt und singt.

Wenn ich dann später im Schlafsack liege, die Sterne schaue, weiß ich, dass Tahar jedes Platz der Nachtlager der Mitreisenden kennt. Das gibt Beruhigung und wir können alle gut schlafen und träumen vom nächsten Tag in der Wüste.

Ich freue mich jeden Morgen auf den Sonnenaufgang.

Die algerische Wüste zu bewandern oder zu bereiten ohne Tahars fürsorgliche, hilfsbereite und betreuende Art, ich kann es mir für mich nicht vorstellen. Unvergessene Urlaube.

Klara F.

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Klara

Viele Jahre lag das Buch „Die Wüsten der Erde, 365 Tage“ von Michael Martin auf meinem Couchtisch und ich konnte jeden Tag ein neues Blatt aufschlagen und mich an dem wunderbaren Foto erfreuen.

 

Es waren Aufnahmen von allen Wüsten aber die von Algerien, von der Sahara, haben mich immer besonders fasziniert. Und so war im Hinterkopf der Gedanke und der Wunsch, nicht nur die Bilder zu betrachten, sondern selber durch den Sand zu laufen und die warme Sonne auf der Haut zu spüren.

 

Und dann wurde aus dem Wunsch Wirklichkeit, denn ich hatte die Gelegenheit bekommen, mit zwei Freundinnen nach Djanet zu fliegen und auf dem Rücken eines Kamels unter der Führung von einheimischen Tuarek die südliche Sahara in Algerien zu durchwandern, mal mit dem Kamel und mal zu Fuß. Angst hatte ich keine, denn die Gefahr, sich zu verirren und zu verdursten, gehört dank GPS der Vergangenheit an.

 

Wir drei flogen nach Algier, hatten dort einen Aufenthalt und dann ging es weiter nach Tamanrassat. Nach kurzem Aus- und Einladen flogen wir weiter nach Djanet, wo wir sehr herzlich mit einem „Willkommen tu Hause“ empfangen wurden. Nach vielen Kontrollen und den ersten neuen Eindrücken konnten wir ins Gästehaus fahren, um kurz zu schlafen und unsere Sachen vom Koffer in einen Seesack zu packen. Kein Kamel möchte mit einem Koffer in der Wüste unterwegs sein!

 

Und dann ging es am Folgetag los. Die Kamele kamen, 3 Reitkamele, 5 Lastenkamele und 3 Kamele, die nur so mitliefen. Wir suchten uns ein Tier aus, es bekam einen Namen und wir bekamen Hilfe beim Aufsteigen. Die tüchtigen Tuareg haben dann die Lastenkamele beladen und dann ging es ab im Gänsemarsch. Ich muss zugeben, dass ich mächtig aufgeregt war und ganz weiche Knie bekam. Ein Zurück gab es nicht, ich musste durchhalten. Gleichzeitig fand ich es wunderbar, so gemächlich in 2 Meter Höhe durch eine völlig neue Landschaft sanft zu schaukeln. Man sah Gegenden, die Mondlandschaften glichen, also menschenfeindlich, kein Strauch, kein Halm und Wasser schon gar nicht.

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Dann kamen wir durch eine unbeschreiblich schöne Gegend, wo wir Dünen hoch gelaufen und wieder runter gerutscht sind. Wir haben Gräber gesehen und mit Steinen gelegte Moscheen. Ein Begleiter erklärte uns, dass die Nomaden, von denen ein Mitglied in der Wüste stirbt, diese Person sofort beisetzen. Den oder die Verstorbene kann die Gruppe nicht tagelang bis zur nächsten Siedlung mitnehmen. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass unsere Begleiter uns immer wieder vieles erzählten und geduldig erklärten.

Gesprochen wurde in französisch, die Sprache der Tuareg ist Tamascheq, was für uns fremd war. Manchmal wurde auch mit Händen und Füßen gesprochen und dabei viel gelacht.

An einem Tag sind wir zu einem Wasserloch gelaufen und haben die Füße nass gemacht. Da gab es viel Fröhlichkeit. An einem anderen Tag haben wir Felsmalereien gesehen. Die dargestellten Menschen und Tiere aus der letzten Feuchtperiode waren gut zu erkennen und doch schon viele Tausend Jahre alt.  So gibt es lebensgroße detailgetreue Gravuren zweier Giraffen in einem Felsen in der Ténéré. Das Alter der Gravuren wird auf 8000 Jahre geschätzt. – 

Einer unserer Begleiter hat immer wieder mit uns einen Fußmarsch gemacht. So konnten sich die Tiere erholen und das Laufen tat uns auch gut. Bei diesen Wanderungen bekamen wir viel zu sehen und zu bestaunen, wie z.B. eine Schlange, Pfotenabdrücke eines Schakals oder wir sahen die kleinen Mula Mula. Das sind schwarz-weiße Vögel, unseren Schwalben recht ähnlich. In einiger Entfernung sahen wir auch wilde Esel und begleitete Ziegenherden.

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Unser Koch hat uns auch immer wieder überrascht und begeistert. Immer wieder hat er tolle Platten hergerichtet und wir konnten mit viel Appetit zulangen. Alles sah so lecker aus, dass ich es immer wieder fotografiert habe. Das hat ihn gefreut und stolz gemacht und das sollte es auch. Es ist mir noch heute ein Rätsel, wie er es schaffte, in relativ kurzer Zeit, so viel gesundes Essen anzurichten. Auf der ganzen Reise hatte kein Teilnehmer bzw. keine Teilnehmerin Magen- und Darmprobleme. Uns allen ging es ausgesprochen gut. 

 

Besonders schön war die Teezeremonie. Dann legen die Tuareg ein paar wenige glimmende Holzstücke in ein Drahtgeflecht und stellen die Teekanne auf das Kohlebett. In der Kanne befinden sich Blätter eines chinesischen grünen Tees, ein paar Minzblätter und Zucker. Sobald der Tee heiß ist, wird er so oft aus großer Höhe in ein Glas geschüttet, bis sich im Glas eine hohe Schaumschicht gebildet hat. Das ist der Tee für die erste Runde. Insgesamt werden drei Gläser getrunken. „Das erste Glas ist bitter wie der Tod, das zweite durchwachsen wie das Leben, das dritte süß wie die Liebe“, sagen die Tuareg. Für das zweite und dritte Glas wird der Tee, der vom vorherigen Aufguss zurückbehalten wurde, mit Wasser in der Kanne nachgefüllt.  In der Glut wurde dann noch das Brot gebacken. Der Teig in der Größe einer Pizza wurde in die Glut gelegt und nach 30 Minuten war das Brot fertig, wurde nach Abklopfen der Asche und Abkühlung aufgeteilt und warm gegessen.

 

Wenn wir nicht auf dem Kamel saßen, so haben wir es an einer Kordel hinter uns hergezogen. Die Tiere waren alle sanftmütig und wenn mein Kamel hinter meinem Rücken war, so spürte ich den Atem und ich glaube, in diesen zwei Wochen sind wir Freunde geworden. Übrigens durften die 11 Tiere in der Mittagspause und dann auch am Abend frei laufen und sich Futter suchen. Es wurden die beiden Vorderbeine gebunden, so dass die Tiere in kleinen Trippelschritten laufen konnten. In der Nacht waren sie also frei und am Morgen wurden sie wieder zum Rastplatz geführt, beladen und dann begann ein neuer Abenteuertag.

 

Während des Kamelritts konnte ich leider keine Fotos schießen. Ich musste mich festhalten wegen des Passgangs der Tiere, die ständig hin und her schwankten wie ein Boot. Deshalb nennt man sie nicht umsonst „Wüstenschiffe“. Zum Glück hatten wir Inés dabei, die so sicher auf dem Kamel saß, dass sie wunderschöne Aufnahmen machen konnte, ohne aus dem Sattel zu rutschen. 

 

Wenn wir am Abend nach dem Essen unser Nachtlager aufsuchten – Isomatte auf weichem, sandigen Untergrund und darauf der wärmende Schlafsack -, dann habe ich lange in den Sternenhimmel geschaut, Sternschnuppen und Satelliten in ihrer Umlaufbahn gesehen. Ganz entfernt hörte ich dann unsere Begleiter, die am Feuer saßen, wie sie erzählten und lachten. Am Tage hatten sie durch das Beladen der Tiere viele Anstrengungen, aber immer waren sie freundlich, aufmerksam und hilfsbereit. In den ganzen zwei Wochen, die wir unterwegs waren, fiel kein böses Wort, unsere Begleiter waren gleichbleibend ausgeglichen und nett.

 

Ein Höhepunkt der Reise war ein Abend, an dem das Nachtlager an einer besonders schönen Stelle aufgeschlagen wurde und dann nach dem Abendessen musiziert wurde. Ein Tuareg spielte Gitarre und ein anderer trommelte auf einem Wasserkanister. Wir saßen im Kreis um das Feuer und klatschten im Takt, später tanzten noch zwei Personen und ich musste mich immer wieder in den Arm kneifen um festzustellen, ob es ein Traum oder Wirklichkeit ist. Es war die Wirklichkeit und diese war unbeschreiblich schön und bewirkte ordentliches Herzklopfen.

 

Was mich an der Wüste so beeindruckt hat ist die Klarheit und Ruhe, sie hat mich fasziniert.  Sie ist Erholung pur für unsere Sinne,  die sonst ständig einer Reizüberflutung ausgesetzt sind.

Die Tuareg sagen, die Europäer haben die Uhr, sie aber haben die Zeit. Und so war es auch auf unserer Reise. Keiner hatte eine Uhr, alles wurde trotzdem mit viel Gefühl für die Zeit durchgeführt. 

 

Immer werde ich gern an diese Erlebnisse denken, dankbar sein, dass ich an dieser Reise teilnehmen durfte und in mir die Sehnsucht spüren, nach diesem Land und diesen besonderen Menschen. 

Helga H.

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Helga
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